Einige Lehren der Kirche
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Der Grundstein
der "Kirche
Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage" (manchmal auch
Mormonen genannt) ist Christus.
Darauf weisst schon der offizielle Name der Kirche
hin. Nicht dass wir etwa
heiliger sind als alle anderen, sondern es ist unser Ziel heilig zu werden, oder mit anderen Worten, wieder eins werden
und zwar mit Gott. Und das tun wir, indem wir versuchen die Gesetze und Gebot zu halten.
Durch ablegen von Sünde wird man also gesund im Geist und somit eins mit Gott. Wenn
Ihr nicht eins seid, seid Ihr nicht mein! Die Auferstehung Christi gibt uns den Weitblick, dass das Leben nicht nur auf diese Erdenzeit beschränkt ist. Wir haben schon vorher bei Gott gelebt und wenn wir rein werden, können wir wieder mit ihm leben, nachdem wir diese Erde verlassen haben. Dies nennen wir den Erlösungsplan |
Durch den Ausdruck der letzten Tage wollen wir keineswegs sagen, dass wir vor einem Weltuntergang leben, sonder wir deuten damit an, dass wir kurz vor den Erfüllungen der Verheissungen der Bibel stehen das Christus wieder auf diese Erde kommen wird.
Die Familie spielt daher eine wichtige Rolle im Leben. Wie wir Eltern auf Erden haben, betrachten wir Gott als unseren Vater im Himmel. Wir können mit ihm sprechen und er hilft uns, unser Leben zu meistern. Wenn eine Familie im ordentlichen Ehestand gegründet wurde, haben wir sogar die Verheissung, dass wir ebenfalls für immer zusammen sein können. Die Familie ist die Grundeinheit des Lebens und ist der Ort, wo wir all die wichtigen Dinge für unser Leben erlernen können.
Der Zweck des Lebens ist, dass man Frieden und Glück auf Dauer finden. Die Kirche gibt 7 Punkte, welche dem Menschen helfen glücklich zu sein und seine Bestimmung zu finden:
Um uns diese Dinge wieder zu geben, hat der Herr Propheten berufen, die die Vollmacht haben, in seinem Namen zu sprechen. Diese haben das in der Bibel, sowie im Buch Mormon nieder geschrieben.
Die
Familie steht im Mittelpunkt der Kirche Jesu Christi HLT. "Gott
hat es so vorgesehen, dass
der Vater in Liebe und Rechtschaffenheit über die Familie präsidiert und dass
er die Pflicht hat, dafür zu sorgen, dass die Familie alles hat, was sie zum
Leben und für ihren Schutz braucht.
Die Mutter ist in erster Linie für die Betreuung und die Erziehung der Kinder
zuständig. Vater und Mutter müssen einander in diesen heiligen Aufgaben als
gleichwertige Partner zur Seite stehen."
Die Kirche empfiehlt für jeden Montag Abend den Familienheimabend.
Bei dieser Zusammenkunft der Familie wird über geistige Erlebnisse und den Verlauf
der Woche gesprochen, Spiele gespielt und über wichtige Entscheidungen diskutiert.
Mann und Frau tragen die feierliche Verantwortung, einander und ihre Kinder zu lieben und zu umsorgen. "Kinder sind eine Gabe des Herrn" (Psalm 127:3). "...Erfolgreiche Ehen und Familien gründen und sichern ihren Bestand auf den Prinzipien Glaube, Gebet, Umkehr, Vergebungsbereitschaft, gegenseitige Achtung, Liebe, Mitgefühl, Arbeit und sinnvolle Freizeitgestaltung...." (Die Familie - Eine Proklamation an die Welt)
Ein viel mit den Mormonen oder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Verbindung gebrachtes Thema ist die Vielehe oder Polygamie. Das auch mit Recht, denn bis 1890 wurde die Vielehe praktiziert. So wie sie ebenfalls in der Bibel niedergeschrieben wurde, war sie von Gott selbst angeordnet worden, um in den jeweiligen Zeitabschnitten ihren Zweck zu erfüllen. Dieser bestand darin, alleinstehenden Frauen in intakten Familien aufzunehmen, um ihnen ein sicheres und soziales Umfeld zu schaffen. Im Gegensatz zur Vielweiberei bestand die Vielehe der HLT-Kirche nicht aus Haupt- und Nebenfrauen, sondern alle Frauen waren gleichgestellt. Diese Art von Ehe beschränkte sich jedoch ebenfalls auf die rechtlich angetrauten Ehepartner und verlangte eine absolute Treue innerhalb dieser Ordnung.
Als diese Art von Ehe vom amerikanischen Kongress verboten
wurde, galt sie sofort nicht mehr als Lehre der Kirche, da diese auch den
Gehorsam zu den Gesetzen des Landes in welchem sie leben, lehrt. Darauf
hin schaffte der damalige Prophet Wilford Woodruff am 24. September 1890 die
Vielehe in einer amtlichen Erklärung offiziell ab.
Es
sei jedoch vermerkt, dass jeder der dennoch in Polygamie lebt umgehend von der
Kirche exkommuniziert wird und somit kein Mormone mehr ist; auch wenn er dies von
sich behauptet.
Das Missionsprogramm
Die Kraft die in die Missionsarbeit gesetzt wird, ist eine bekannte Eigenschaft der Kirche. Junge Mitglieder gehen in alle Welt hinaus, um das Evangelium interessierten Menschen zu bringen.
Die Kirche unterhält zur Zeit (2002) weltweit 333 Missionen, welche je von einem von der Kirchenführung berufenen Missionspräsidenten geleitet wird. In diesen Missionen sind ca. 60'000 Missionare tätig. Davon sind ca. 75% Männer, 18% Frauen und 7% ältere Ehepaare, welche das Evangelium verkünden und der Öffentlichkeit dienen.
Die Ausbildung zum Missionar erfolgt in einem der weltweit 15 MTCs (Missionary Training Centers), wo in 1 bis 2 Monaten die Sprache (insgesamt 49) des entsprechenden Landes, der Umgang mit Menschen und die Evangeliumsgrundsätze gelehrt werden. Der Missionsdienst – Männer und Ehepaare 2 Jahre, Frauen 18 Monate – ist vollkommen freiwillig. Die Finanzierung erfolgt durch die Missionare selber.
Warum betreiben Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage Ahnenforschung? Sie machen es, weil sie ihre verstorbenen Vorfahren lieben und den Wunsch haben, ihnen zu dienen.
Das Leben endet nicht mit dem Tod. Wenn wir sterben, geht unser ewiger Geist in die Geisterwelt, wo wir weiter lernen, während wir auf die Auferstehung und das Letzte Gericht warten.
Mitglieder der Kirche glauben auch, dass die Familie auch nach dem Grab fortbesteht und nicht nur bis zum Tod. Das ist möglich, wenn Eltern und deren Kinder spezielle Versprechen in heiligen Tempel machen, die man Bündnisse nennt. Diese Bündnisse können - wenn sie mit der Vollmacht von Gott und glaubensvoll gehalten werden - Familien für immer verbinden.
Mitglieder der Kirche glauben, dass ihre verstorbenen Vorfahren ebenfalls die Segnungen erhalten können, mit ihrer Familie ewig vereint zu sein. Für diesen Zweck gehen die Mitglieder stellvertretende Bündnisse für ihre Vorfahren im Tempel ein. Diese Geister können diese Bündnisse in der Geisterwelt annehmen oder ablehnen.
Damit man solche Bündnisse stellvertretend machen kann, müssen die Mitglieder die Personen zuerst identifizieren. Die Kirche Jesu Christi hat diese weltweiten genealogischen Aufzeichnungen gesammelt. Diese Aufzeichnungen sind in der "Bibliothek für Familiengeschichte" (Family History Library) in Salt Lake City, Utah, und in den weltweit verbreiteten "Genealogie-Forschungstellen" (Family History Centers) erhältlich.
Tempel
Worüber in der Welt viel geredet wird, sind die 108 Tempel der Kirche (über die Hälfte in der letzten 4 Jahren erbaut) in etwa 40 Ländern der Erde und den darin stattfindenden „Ritualen“. Der erste Tempel wurde 1836 in Kirtland, Ohio, erbaut, er ist jedoch nicht mehr im Besitz der Kirche. Der Zweite fand seine Vollendung 1846 in Nauvoo, Illinois, schon bald wurde er jedoch vom Pöbel niedergebrannt. Zurzeit baut die Kirche das Gebäude nach Originalbauplänen wieder auf. Der dritte noch der Kirche gehörende und noch stehende Tempel wurde 1877 in St. George, Utah, eingeweiht.
Die Kirche Jesu Christi HLT bezeichnen den Tempel als „Das Haus des Herrn“ und die darin abgehaltenen Rituale als Tempelbündnisse bzw. als Heilige Handlungen. Folgende Handlungen und Bündnisse können im Tempel abgehalten werden
Die Siegelung von Ehepartnern und Familie (Ehebund über den Tod hinaus)
Persönliche Bündnisse mit dem Herrn
Stellvertretende Heilige Handlungen für die Verstorbenen, um jedem Menschen, der auf Erden gelebt hat, die Möglichkeit zu geben das Evangelium Christi anzunehmen.
Diese Lehre wurde schon zur Zeit Christi in der Bibel niedergeschrieben. (1. Korinther 15:29)
Wort der Weisheit
Wie es der Begriff schon sagt beruht dieses Gesetz auf der Weisheit jedes einzelnen. Unser Körper wir in den Heiligen Schriften mit einem Tempel verglichen. Tempel sind schöne, saubere und reine Gebäude, in denen der Herr wohnt. Dies kann aber aber nur dann der Fall sein, wenn ein Tempel rein ist. Durch das meiden von Tabak, Alkohol, Drogen, Kaffe und das einnehmen von gesunder Nahrung, tun wir genau das. Dafür verheisst der Herr uns, dass wir Gesund sein werden - in Körper und Geist - und er mit uns sein wird.
Geistige Verwaltung
Die geistige Verwaltung der Kirche ähnelt einer hierarchischen Struktur, ist aber nicht als solche zu verstehen, denn jeder erkennt seine örtliche Führer als von Gott eingesetzt und hört bereitwillig auf ihre Ratschläge.
Die Struktur setzt sich wie folgt zusammen:
Der Prophet und Präsident der Kirche bildetet mit seinen zwei Ratgebern die "Erste Präsidentschaft". Diese steht über dem Kollegium der Zwölf Apostel und ist das Oberhaupt der Kirche. Zwar kann jedes Mitglied persönliche Offenbarung für seinen Verantwortungsbereich empfangen, ein Prophet jedoch erhält solche für die ganze Kirche.
Unter den 12 Stehen die Siebziger-Kollegien, von denen es im Moment drei gibt. Die Mitglieder eines solchen Siebziger-Kollegiums sind immer Teil einer Gebietspräsidentschaft, welche ihrerseits über ein geografisch begrenztes Gebiet präsidiert.
Als nächste Stufe stehen die Pfähle da, sie umfassen ca. 15 Gemeinden oder Zweige (kleiner als eine Gemeinde). Je nach Gegebenheit untersteht eine Gemeinde auch einem Distrikt oder einer Mission.
Jede Gemeinde bzw. jeder Zweig hat ihren Bischof bzw. ihren Zweigpräsidenten. Diese, wie alle anderen Ämter in der Kirche, werden ehrenamtlich - also unentgeltlich - ausgeführt. Die Aufgaben helfen allen Mitglieder, geistigen Fortschritt zu machen und ihre Talente zu fördern.
Wohlfahrtsprogramm - Zehnten
Die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage geben 10% ihres Einkommens der Kirche - den sogenannten Zehnten. Mit diesem Geld finanziert die Kirche den Bau von Gemeindehäusern und Tempel, deren Unterhalt sowie die Aktivitäten und Programme der Mitglieder. Das Gesetz des Zehnten wird in der Bibel in Genesis 14, Verse 18-20 erwähnt.
Ebenfalls an die Kirche gezahlt wird das Fastopfer, das Geld welches gebraucht würde um jene Mahlzeiten zu zahlen, welche man durch Fasten und Beten weglässt. Wen Mitglieder in Not sind können sie von der Kirche von diesem Fastopfer gebrauch machen. Die Kirche hat den 1. Sonntag im Monat als Fastsonntag festgesetzt, an dem jeweils 2 aufeinanderfolgende Mahlzeiten ausgelassen werden.
Die Kirche unterhält zwei Hilfsorganisationen, Die LDS-Charity und Deseret Industries, welche wie andere Hilfsorganisation in Kriegs- und Katastrophengebieten Kleidung und Nahrung verteilen.