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Merkmale eines Propheten
Hugh
B. Brown
Hugh
B. Brown erzahlte die folgende Begebenheit anlässlich einer "Fireside an
der Brigham Young Universität in Provo, Utah. Er war zu jenem Zeitpunkt ein
Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und Ratgeber des
Propheten David 0. McKay. Vor seiner Berufung als Apostel war Hugh B. Brown
Rechtsanwalt in Kanada.
Wenn
sie mir erlauben, so möchte ich auf eine formelle Begrüssung verzichten und
sowohl zu den Studenten, als auch zu den Mitgliedern der Fakultät sagen:
„Meine Brüder und Schwestern“. Ich wähle diese Begrüssungsform aus
mehreren Gründen. Einer davon ist, dass mir mit zunehmendem Alter die ewige
Tatsache von der Vaterschaft Gottes und der Bruderschaft des Menschen etwas
besser bewusst wird als in meinen jüngeren Jahren. Ich nenne sie auch deshalb
„Brüder und Schwestern“, weil ich nicht vorhabe, ihnen eine Predigt zu
halten, auch nicht eine Vorlesung, und schon gar nicht eine Rede.
Ich möchte vielmehr in den Zeugenstand treten zu Gunsten der Behauptung,
dass das Evangelium in unseren Tagen auf der Erde wiederhergestellt wurde und
dass dies die Kirche Jesu Christi ist. Wenn ich sage, dass ich in den
Zeugenstand trete, so möchte ich ihnen dabei einige Gründe darlegen für meine
Treue zur Kirche und für die Hoffnung, die ich habe.
Vielleicht gelingt mir dies am raschesten, indem ich mich auf eine
Begebenheit beziehe, die ich in London, England, im September des Jahres 1939
erlebt habe, kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Ich hatte die
Gelegenheit, dort einen sehr prominenten Herrn ziemlich persönlich kennen
zulernen. Er war ein Mitglied des Unterhauses, des Kabinetts, und früher einer
der höchsten Richter des obersten Gerichtshofes in England. Er war der
Verfasser von vielen Büchern, die wir als Jurastudenten in Kanada bei der
Vorbereitung auf unser Examen verwendeten. In meinen vielen Gesprächen mit
diesem würdigen Herrn, in denen wir uns über - wie er es nannte „Gedanken
unserer Seele" - unterhielten, diskutierten wir oft auch über religiöse
Themen.
Unmittelbar
vor Kriegsbeginn rief er mich am Telefon an und bat mich, ein letztes Mal zu ihm
in sein Büro zu kommen, um einige Aspekte des Evangeliums zu diskutieren.
„Denn", so sagte er, „es sieht so aus, als ob ein Krieg ausbrechen würde.
Dann mussten sie wohl nach Amerika zurückkehren und es könnte sein, das wir
uns niemals wiedersehen werden.“ Diese Aussage erwies sich als
prophetisch.
Ich ging also in sein Büro und er begann das Gespräch etwa so: „Einige
Dinge, die sie mir erzählt haben, haben mich nicht nur berührt, sondern sie
haben mich auch überrascht. Ich möchte sie deshalb fragen, ob sie bereit wären,
mir eine Zusammenfassung über "Mormonismus" zu geben?“
Nun muss ich euch erklären, dass eine solche Zusammenfassung im
juristischen Sinne das ist, was ein Advokat vorbereitet, wenn er zum Gericht
geht in der Absicht, seine Begründungen zu jeder Frage des betreffenden Falles
vorzubringen.
Dieser Gentleman sagte zu mir: „Würden sie bitte eine
Zusammenfassung über "Mormonismus" vorbereiten und diese mir dann so
vortragen, wie wenn sie mir ein rechtliches Problem erläutern würden; und würden
sie mir bitte erlauben, die Position des Richters einzunehmen?"
Er begann unser Gespräch mit folgender Einleitung:
„Mr. Brown, sie erwähnten mehrmals in unseren Diskussionen, dass sie
glauben, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war. Sie sagten auch, dass sie
denken, dass Jesus von Nazareth und Gott der Vater diesem Joseph Smith
erschienen sind... nun“, fügte er bei, "mir
erscheint dies die Idee eines Phantasten. Ich muss ihnen auch sagen, dass es
mich erstaunt, wie ein Mitglied der kanadischen Anwaltskammer, ein Mann der
geschult ist in Logik und Beweisführung, sich solch absurden Ideen hingeben
kann.“
Wie ich euch, Bruder und Schwestern, schon angetönt habe, war dieser
Herr einer der intellektuellsten Männer, denen ich in meinem ganzen Leben
begegnet bin. Ich glaube, er hatte den scharfsinnigsten Verstand. Sein Gedächtnis
war wie eine stählerne Falle.
Als er mir sagte „Was sie mir über Joseph Smith erzählten, ist
phantastisch", war ich kühn genug ihm vorzuschlagen, dass wir mit unserer
Diskussion sogleich fortfahren könnten. Ich sagte also: „Ich möchte ihnen
meine Zusammenfassung gleich jetzt vorbringen." Er hatte angenommen, dass
ich für die Vorbereitung drei Tage benötigen würde, denn er sagte zu mir:
„Ich gebe ihnen zur Präsentation drei Stunden."
Als ich ihm sagte, dass ich ihm meine Stellungnahme sofort vortragen könnte,
schlug ich ihm vor, dass wir mit einer "Vernehmlassung" beginnen
sollten. In einer solchen "Vernehmlassung" kommen die Gegenparteien,
der Kläger, der Beklagte und deren Anwälte zusammen um herauszufinden, ob sich
in gewissen Bereichen des Rechtsstreits eine Einigkeit finden lässt, um so später
im Gericht Zeit zu sparen.
Ich schlug ihm also vor, mit der Vernehmlassung zu beginnen um
festzustellen, ob es einige Bereiche gab, in denen wir uns einig waren, um von
jener Position aus meine "phantastischen Ideen" zu diskutieren. Er
erklärte sich spontan damit einverstanden und er erlaubte mir, den Weg
festzulegen.
„Ich gehe von der Annahme aus, dass sie ein Christ sind.“
„Gewiss!“
„Ich nehme an, dass sie glauben, dass die Bibel - das Alte und das Neue
Testament - das Wort Gottes enthalt.“
„Sicher glaube ich das.“
„Glauben sie auch, was in dem Buch steht?“
„Ja."
„Sie sind der Meinung, dass meine Aussage, dass Gott in der heutigen
Zeit zu einem Mann gesprochen hat, phantastisch und absurd ist?“
"Mir
erscheint es so“
"Glauben sie, dass der Herr überhaupt jemals zu jemandem gesprochen
hat?"
"Sicher hat er das. Durch die ganze Bibel haben wir Hinweise darauf "
„Sprach er zu Adam?"
„Ja."
"Zu Enoch, Noah, Abraham, Moses, Jakob, Joseph und zu allen anderen
Propheten?"
"Ich glaube, er hat zu einem jeden von ihnen gesprochen."
"Glauben sie, dass diese Art von Kontakten zwischen Gott und den
Menschen in der Mitte der Zeiten, als Christus erschien, aufhörte?"
„Nein", sagte er, "sie erreichte damals den Höhepunkt,
den Gipfel."
"Glauben sie, dass Gott
durch Jesus gesprochen hat?"
„Ja."
"Glauben sie, dass dieser Jesus der Sohn Gottes ist?"
"So
ist es.“
"Glauben sie, Sir, dass nachdem Jesus auferstanden war und in den
Himmel aufgefahren war - und ich nehme an, dass sie denken, dass er in den
Himmel aufgefahren ist -"
"Das tue ich."
"Glauben sie, dass ein gewisser Rechtsgelehrter, manchmal auch als
Zeltmacher bezeichnet, bekannt unter dem Namen „Saulus von Tharsus“, von
eben jenem Individuum besucht wurde, nämlich von Jesus von Nazareth, der
gekreuzigt worden war und der in den Himmel aufgefahren war; glauben sie dass
Saulus ein Licht sah und eine Stimme hörte?"
"Ich
glaube es.“
"Wessen Stimme war es?"
"Es war die Stimme Jesu Christi, denn so
hatte er sich vorgestellt.“
"Dann, euer Ehren, möchte ich in aller Ernsthaftigkeit bemerken,
dass es für Gott absolut üblich war, durch alle aufgezeichnete Geschichte, zum
Menschen zu sprechen."
"Ich glaube, das muss ich eingestehen, ausser dass es zu einer gewissen Zeit, kurz nach dem ersten Jahrhundert der
christlichen Zeitrechnung, endete.“
"Warum kam es zu diesem Stop?"
"Das kann ich nicht sagen.“
"Denken sie, dass Gott seither nie mehr gesprochen hat?"
"Ich bin sicher, dass er das nicht getan hat.“
"Das muss doch einen Grund haben. Können sie mir einen Grund
nennen?"
"Ich weiss es nicht.“
"Darf ich einen oder mehrere Gründe vorschlagen:
"Das wäre natürlich Gotteslästerung.“
"Wenn sie also das nicht akzeptieren,
"Nein, Gott liebt alle Menschen zu allen Zeiten, und er ist kein
Bevorzuger einzelner Personen.“
"Nun, denn, wenn er sprechen könnte, und wenn er uns liebt, so kann
die einzig mögliche Antwort, soweit ich es sehe, nur lauten:
-
Wir
brauchen Ihn nicht mehr.
-
Wir
haben so rasante Fortschritte gemacht. - Wir sind so gebildet.
-
Wir
haben einen solch hohen Grad der wissenschaftlichen Erkenntnis erreicht,
dass wir Gott nicht mehr brauchen."
„Mister Brown“, sagte er, „nie hat es
in der Geschichte dieser Welt eine Zeit und eine Menschheit gegeben welche
die Stimme Gottes nötiger gehabt hätte als gerade heute. Können sie mir einen
Grund geben, weshalb Gott nicht mehr spricht?“
"Euer Ehren: -Er tut es. -Er hat gesprochen. -Er spricht jetzt, und
alles was wir benötigen, ist der Glaube, ihm zuzuhören."
Und dann fuhren wir fort, das vorzubereiten, was ich gerne als „Die
Merkmale eines Propheten” bezeichnen möchte. Ich überlasse es ihnen,
mehr hinzuzufügen, um zu sehen, ob Joseph Smith in dieses Bild passt. Setzen
sie ihn selbst in dieses Bild und sehen sie selbst, wo er sich einfügt.
In unserem Streben nach einer Basis, auch welcher wir beide stehen
konnten, waren wir uns in folgenden Punkten einig:
-
Einig, dass jeder Mann, welcher
von sich behauptet ein Prophet Gottes zu sein, auch angibt, dass er von Gott
angesprochen worden sei.
-
Einig, dass jeder Mann, der
dies von sich behauptet, ein würdevoller Mensch ist; kein Tischesrucken,
keine Stimmen aus dem Totenreich, keine Hellseherei, sondern ein klare, würdevolle
Darlegung von Wahrheit.
-
Einig, dass jeder Mann, der
angibt, ein Prophet Gottes zu sein, seine Botschaft ohne jegliche Furcht,
mutig und ohne schwächliche Zugeständnisse an die öffentliche Meinung,
verkündet.
-
Einig, dass er, wenn er im
Namen Gottes spricht, keine Zugeständnisse machen konnte.
-
Einig, dass in der Regel das,
was er lehrt nicht in Übereinstimmung mit der allgemein anerkannten
Lehrmeinung seiner Tage steht.
-
Einig, dass ein solcher Mann im
Namen des Herrn spricht und sagt: „So spricht der Herr", so
wie Mose, wie Jeremia und andere.
-
Einig, dass dieser Mann zukünftige
Begebenheiten voraussagt und diese im Namen Gottes voraussagt, wie Jesaja
oder Ezechiel.
-
Einig, dass dieser Mann nicht
nur eine wichtige Botschaft an die Menschen seiner Zeit verkündet, sondern
in der Regel auch für alle kommenden Zeiten, so wie Noah, Maleachi und
andere.
-
Einig, dass sein Mut im
Einstehen für seine Botschaft so gross sein wird, dass er es ihm ermöglicht,
nicht nur Verfolgungen zu ertragen, sondern sogar, falls notwendig, sein
Leben zu geben für die Sache, die er vertritt, so wie Daniel, Hosea, David
und andere.
-
Einig, dass ein solcher Mann
furchtlos die Schlechtigkeit anprangert, dass er dadurch von seinen
Zeitgenossen verstossen wird, dass er aber, wenn die Zeit fortschreitet, an
Grösse zunimmt und dass diejenigen, welche ihn töten, erkennen müssen,
falls sie noch am Leben sind, dass ihre eigenen Nachkommen Monumente zu
seinen Ehren aufrichten.
-
Einig, dass er viele übermenschliche
Dinge vollbringt, Dinge, die kein Mensch ohne die Hilfe Gottes tun
kann.
-
Einig, dass mit zunehmendem
Ansehen die Ergebnisse seines Werkes zu den gewichtigsten Beweisen für
seine Berufung zählen. (An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.)
-
Einig, dass seine Lehren in
strikter Übereinstimmung mit den Schriften sind.
-
Einig, dass seine Lehren zum
Status Heiliger Schrift erhoben werden.
Ich
fordere sie in aller Ernsthaftigkeit auf: Messen sie den Propheten Joseph Smith
mit diesem Massstab und beurteilen sie selbst, ob er diesen Anforderungen
entspricht. Und als ein Student des Lebens von Joseph Smith während mehr als 50
Jahren kann ich ihnen, meine jungen Brüder und Schwestern, sagen: Es gibt keine
Anforderung, die irgend ein Prophet erhoben hat, oder die einen Propheten
charakterisieren, für die Joseph Smith sich nicht qualifizieren könnte. Überlegen
sie sich dies einmal, was ich zu meinem Freund in England sagte:
Ich glaube dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war und ist, weil
er
Ich glaube er war ein Prophet Gottes, weil er
Und ich sage zu
euch, wie ich auch zu jenem Gentleman gesagt habe
Ich glaube, er war ein Prophet weil er, wie Johannes sagte (als er
bereits auf der Insel Pathmos war), dass das Zeugnis von Jesus Christus auch der
Geist der Prophezeiung ist.
Und ich fordere euch auf, wie ich auch diesem Gentleman als Beweismittel
vorlegte, unter allen Menschen,
-
die
je auf dieser Erde gelebt haben und
-
die
ein Zeugnis von Jesus Christus hat ten und
-
die
erfolgreich dieses Zeugnis verbreiteten und
-
die
ihr leben für dieses Zeugnis gaben und
-
die
überzeugende Beweise für die Wahrheit, dass Jesus der Christus ist,
hervorbrachten,
denjenigen zu suchen, der uns mehr wirkliche Beweise für die heilige
Berufung von Jesus Christus gebracht hat, als dies der Prophet Joseph Smith
getan hat.
Ich glaube, dass Joseph Smith ein Prophet war, weil er viele übermenschliche
Werke vollbracht hat. Eines davon war die Übehrsetzung des Buches Mormon.
Einige Leute werden dem Letzteren nicht zustimmen, aber ich werde diese
Aussage mit einigen Tatsachen erhärten und sage deshalb nochmals, dass Joseph
Smith mit der Übehrsetzung des Buches Mormon ein übermenschliches Werk
vollbracht hat.
Ich
fordere euch, junge Studenten auf, geht und schreibt ein „Buch Mormon".
Ich fordere euch auf, ein einziges Kapitel eines „8uches Mormon" zu
schreiben. Ich fordere euch auf, irgend eine Geschichte über die früheren
Einwohner Amerikas zu schreiben. Aber ich erwarte von euch, dass ihr dies ohne
Quellenmaterial tut - und ich erwarte auch, dass in euren Angaben über die früheren
Einwohner Amerikas einige Dinge enthalten sind, die der Prophet Joseph Smith im
Buch Mormon aufführte.
Schreibt beispielsweise:
-
54
Kapitel, in denen über Kriege berichtet wird; 21 weitere geschichtliche
Kapitel.
-
55
Kapitel über Visionen und Prophezeiungen, und achtet darauf wenn ihr damit
beginnt, über Visionen und Prophezeiungen zu schreiben, dass eure
Aufzeichnungen peinlich genau mit den Schriften übereinstimmen.
-
71
Kapitel über Grundsätze und Ermahnungen, und auch hier müsst ihr jede
Aussage anhand der Schriften überprüfen, oder ihr werdet als Schwindler
entlarvt.
-
21
Kapitel über das Leben und das geistliche Amt von Jesus Christus und jedes
Wort, das er nach euren Angaben gesagt haben soll, und jedes Zeugnis über
ihn, das ihr in eurem Buch anführt, muss einwandfrei mit dem Neuen
Testament übereinstimmen.
Ich
fordere euch auf: Macht euch an ein solches Werk!
Ich möchte euch aber auch darauf hinweisen, was euch im Zusammenhang mit
eurer Arbeit an diesem 8uch oder den Kapiteln erwartet. Es muss nämlich
enthalten:
-
Redensarten
und Sprichwörter -Vergleichen
-
Bildhafte
Darstellungen
-
Erzählungen
-
Erläuterungen
-
Beschreibungen
-
Rhetorik
(Redekunst)
-
Epos
(Heldenerzahlungen)
-
Lyrik
-
Logik
-
Gleichnisse
Macht euch an die Arbeit!
Ich fordere diejenigen unter euch auf, die unter 20 Jahre alt sind, sich
an dieses Werk zu machen. Bedenkt, dass der Mann, der das Buch Mormon übersetzt
hat, ein junger Mann war und er hatte nicht die Gelegenheit einer Schulbildung,
wie ihr sie habt, und trotzdem hat er das Buch in wenig mehr als zwei Monaten
diktiert und - wenn überhaupt - nur wenige Korrekturen angebracht.
Während über hundert Jahren haben einige der besten Studenten und
Gelehrten zu beweisen versucht, dass das Buch Mormon nicht das Wort Gottes sei
und sie haben dies anhand der Bibel versucht. Aber auch nicht einem von ihnen
ist es gelungen, nachzuweisen, dass irgend etwas das geschrieben wurde nicht in
voller Übereinstimmung wäre mit der Schrift, mit der Bibel, mit dem Wort
Gottes.
Das
Buch Mormon erklärt nicht nur auf seiner Titelseite, dass es sein Zweck sei;
die Kenntnis von Christus zu den Menschen zu bringen, sondern sein ganzer Inhalt
hat dies als sein zentrales Thema. In der gesamten Literatur; geistlich oder
weltlich, ist kein Kapitel zu finden; welches - und das sage ich euch als
Rechtsanwalt - grössere Beweiskraft hat, als die Kapitel in 3. Nephi, wo grosse
Menschenmengen sagten:
Ich sagte zu meinem Freund: Ich kann nicht
verstehen, warum sie sagen dass meine Behauptungen phantastisch seien. Noch
weniger verstehe ich, warum Christen, die angeben dass sie an Christus glauben,
einen Mann verfolgen und töten, dessen einziges Anliegen es ist, die Wahrheit
dessen zu beweisen, was sie selber verkünden, nämlich, dass Jesus der Christus
ist. Ich könnte sie einigermassen verstehen, dass sie Joseph und uns
verfolgten, wenn er gesagt hätte: „Ich bin Christus." oder wenn
er gesagt hätte: „Es gibt keinen Christus.“ oder wenn er gesagt hätte:
„Jemand anders ist Christus."
Dann
wären Christen, die an Christus glauben, wenigstens in gewissem Sinne
berechtigt, ihn zu verfolgen oder zumindest mit ihm zu streiten. -Aber alles,
was er gesagt hat, war: „Ihn, dem ihr unwissend dient, tue ich euch
kund." In Umschreibung dessen, was Paulus in Athen sagte: „Ihn,
den ihr verehrt, ohne ihn zu kennen, will ich euch bekannt machen",
(Apostelgeschichte 17:23) Joseph Smith kam zu Christen und verkündete
ihnen: „Ihr sagt, dass ihr an Jesus Christus glaubt. Ich sage zu euch, dass
ich ihn sah. Und ich redete mit ihm. Er ist der Sohn Gottes."
Als
Joseph Smith aus jener Waldlichtung kam, brachte er mindestens vier fundamentale
Wahrheiten mit und berichtete die der Welt, nämlich:
-
dass
der Vater und der Sohn eigenständige, unterscheidbare Wesen sind.
-
dass
der Kanon der Heiligen Schriften nicht vollständig ist.
-
dass
der Mensch tatsächlich nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist.
-
dass
Offenbarung, der Kommunikationskanal zwischen Himmel und Erde, offen sind
und fortgesetzt werden.
Lasst mich zu euch Studenten sagen:
Es gibt nach meinem Dafürhalten in allen unseren Botschaften, in jedem
beliebigen Bereich; nichts, was vornehmer, aber auch nichts, was
herausfordernder wäre, als die Aussage des 9. Glaubensartikels:
„Wir
glauben alles, was Gott offenbart hat, und alles, was er jetzt offenbart; und
wir glauben, dass er noch viel Grosses und Wichtiges offenbaren wird, was das
Reich Gottes betrifft.“
Dies ist eine Herausforderung zu forschen. Es ist eine Herausforderung
das, woran wir glauben, zu überprüfen. Es fordert uns heraus, unsere Gedanken,
unsere Kenntnisse, unser ganzes leben zu aktualisieren.
Vielleicht interessiert es sie, was die Reaktion jenes Richters auf unser
Gespräch war. Er sass dort und hörte gespannt zu. Er stellte einige bohrende,
harte Fragen. Am Ende unseres Gespräches sagte er:
"Mister Brown, ich frage
mich, ob ihre Leute die Bedeutung eurer Botschaft erfassen. - Können sie es? -
Wenn das, was sie mir erzählt haben wahr ist, dann ist es die grösste
Botschaft, die auf diese Erde gebracht wurde seit der Engel die Geburt Christi
verkündet."
Dies
war ein Richter, der dies sagte, ein grosser Staatsmann, ein intelligenter Mann.
Er war es, der uns die Herausforderung entgegenschleuderte: "Wissen
sie die Wichtigkeit dessen, was sie sagen, zu würdigen? Ich
wünschte dass es wahr wäre. Ich hoffe, dass es wahr
sein könnte. Gott weiss, dass es wahr sein sollte. Ich wünschte bei
Gott“, sagte er weiter und hatte Tränen in den Augen, „dass ein Mann
hervorkommen könnte, der mit Vollmacht sagt: "So spricht der Herr!"
Wie
ich schon antönte, haben wir uns nie mehr gesehen. Aber ich brachte euch mit
diesem Bericht in der kürzest möglichen Form zwei oder drei Gründe dar, warum
ich glaube, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war. Doch all das Gesagte kann
nur betonen und unterstreichen, was ich ihnen aus der Tiefe meines Herzens sagen
möchte: „Ich weiss, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war. „
Aber alle aufgezeigten Beweismittel, und viele mehr die hier angeführt
werden könnten, mögen in gewissem Sinn die Wirkung haben, dass sie uns eine
intellektuelle Überzeugung vermitteln. Aber nur durch die Einflüsterungen des
Geistes kann man wirkliches Wissen erlangen. Es ist durch diese Einflüsterungen,
dass ich sagen kann: "Ich
weiss!"
Ich danke Gott für dieses Wissen und erbitte
Seinen Segen für euch alle im Namen Jesu Christi. Amen.
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